Soul Survivor

Über Soul Survivor bin ich recht zufällig gestolpert. Ich habe darüber im Internet gelesen, als ich nach etwas ganz anderem gesucht habe, und die Geschichte hat mich fasziniert. Bruce und Andrea Leininger aus Lafayette (Louisiana) erzählen hier zusammen mit Autor Ken Gross die Geschichte ihres Sohnes James.

Die Handlung spielt in den Jahren kurz nach der Jahrtausendwende, ist also nun schon etwas älter. Der Hauptprotagonist der Geschichte, James Leininger, ist mittlerweile längst erwachsen.

Cover von Soul Survivor

James Leininger begann kurz nach seinem 2. Geburtstag Albträume zu haben. Das ist für Kinder erst einmal nichts Ungewöhnliches. James‘ Eltern wurde aber schnell klar, dass hier ein besonderer Fall vorlag. Zum Einen wiederholten sich die Albträume sehr häufig, eine Zeit lang jede Nacht. Außerdem waren sie sehr intensiv, so dass James laut schrie und wild strampelte. Ein weiteres Merkmal machte die Eltern stutzig. Er wiederholte während dieser Träume immer wieder den Satz „Airplane crash! Plane on fire! Little man can’t get out!“ („Flugzeugabsturz! Das Flugzeug brennt! Der kleine Mann kommt nicht raus!“).

Aus Albträumen werden tiefe Recherchen

Besorgt begannen Bruce und Andrea Leininger der Ursache für die Albträume ihres Sohnes auf den Grund zu gehen. Sie fragten ihn, wer mit „Little Man“ gemeint und was mit ihm passiert war. James sagte, er selbst wäre Little Man und er sei von den Japanern in seinem Flugzeug abgeschossen worden und ins Meer gefallen. Die Eltern begannen sich zu fragen, woher ihr Sohn solche Geschichten haben könne, da er ihrer Meinung nach noch nicht mit Filmen oder Erzählungen zum 2. Weltkrieg in Kontakt gekommen war.

Weitere Nachfragen ergaben, dass James Details kannte, die ein Kind so eigentlich nicht haben konnte. So kannte er beispielsweise die Spitznamen, die US-Soldaten im 2. Weltkrieg für japanische Flugzeuge verwendeten. Außerdem schien er mit den Flugzeugtypen und der Flugtechnik von damals vertraut zu sein. Er nannte als Namen für den Flugzeugträger, von dem „Little Man“ und seine Kollegen gestartet waren, als Natoma Bay.

Erste Recherchen bestätigten, dass die Angaben tatsächlich historisch korrekt waren. Bruce und Andrea begannen dann erst recht, sich auf die Suche nach einer Erklärung zu machen. In Teilen von Andreas Familie begann sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass James sich an Szenen aus einem früheren Leben erinnerte. Das würde Reinkarnation bzw. Wiedergeburt bedeuten.

Mutter Andrea musste nicht großartig überzeugt werden. Sie war offen für solche Dinge. Vater Bruce hatte als gläubiger Christ so seine Schwierigkeiten, die Geschichte seines Sohnes mit seinem Glauben zu vereinbaren. Die Wiedergeburt der Seele in einem anderen Körper ist nicht Teil der christlichen Glaubenslehre. Sie ist im Hinduismus und Buddhismus verankert.

Ist Reinkarnation eine Erklärung?

Bruce Leininger bemühte sich daher, Lücken in der Geschichte und eine andere Erklärung für die möglichen Erinnerungen seines Sohnes zu finden. Er recherchierte tage- und nächtelang zu dem Flugzeugträger, der Besatzung und den im Krieg gefallenen Soldaten dieser Besatzung. Er nahm auch Kontakt zu noch lebenden Angehörigen auf, mit Hilfe der Notlüge, er plane ein Buch zu Natoma Bay und den verstorbenen Besatzungsmitgliedern.

James‘ Vater nahm dann auch an Treffen mit ehemaligen Besatzungsmitgliedern teil und sammelte dort immer mehr Informationen. Auch das Fernsehen wurde auf den Fall James Leininger aufmerksam und berichtete über seine Geschichte. Durch Kontakte mit Veteranen und lebenden Familienmitgliedern verstorbener Soldaten von Natoma Bay, teilte James abermals intimes Wissen über Besatzungsmitglieder, das er sich nicht durch Lesen oder Filme hätte aneignen können.

Aus der Notlüge wurde dann schließlich doch noch so etwas wie Wahrheit. Bruce und Andrea Leininger schrieben zwar kein Buch direkt über Natoma Bay, dafür aber über die Träume ihres Sohnes. Das Buch trägt den Namen Soul Survivor (Seelen-Überlebender).

Ob die Geschichte sich wirklich exakt so zugetragen hat, kann ich natürlich nicht beurteilen. Ich fand das Thema in Soul Survivor so oder so interessant genug. Ob man nun an Reinkarnation glaubt oder nicht, ist Ansichtssache. Das Buch liest sich sehr flüssig und ich hatte es an drei Tagen durch. Stellenweise war die Erzählung für mich etwas zu sensationalisierend, aber empfehlen kann ich das Buch trotzdem.

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